EduScrum

EduScrum ist eine an die agile Projektmethode SCRUM angelehnte, aktive Unterrichtsform, bei der Lern-Teams innerhalb eines festen Rhythmus Aufgaben erarbeiten. Dabei planen und bestimmen die Lernenden ihre Aufgabenabschritte selbst. Der Dozierende legt das Lernziel fest, gibt kleine Inputeinheiten und begleitet das Team als Coach. Diese Art zu arbeiten schafft mehr Freiheiten für die Lernenden: Sie können Ihre eigenen Lernprozesse innerhalb eines bestimmten Rahmens und mit vorgegebenen Lernzielen selbst bestimmen. Seit dem Wintersemester 2017/2018 werden an der Technischen Hochschule Mannheim Vorlesungen in der mathematischen Grundausbildung von Maschinenbaustudierenden nach eduScrum gehalten. Vorlesungen zur Mathematik 1 bis Mathematik 3 sind vollständig auf eduScrum umgestellt. Die Methode wurde von Willi Wijnads an einer Schule in den Niederlanden initiiert und findet inzwischen auch an Universitäten und Hochschulen Anwendung.

 

 

 "eduScrum" ist eine auf Bildungsszenarien abgewandelte Form von Scrum. Scrum ist ein Rahmenwerk aus dem Projektmanagement. 

Willy Wijnands ist Initiator und Gründer von eduScrum und Mitbegründer der weltweiten Initiative "Agile in Education".

An der Technischen Hochschule Mannheim wurde die Methode im Rahmen einer Mathematikvorlesung für Studierende der Fakultät Maschinenbau eingesetzt (Mathematik1-3). Dabei mussten die Rahmenbedingungen auf die Unterrichtsform an einer Hochschule adaptiert werden.

Nachfolgend werden die einzelnen Phasen eines Sprints (Kick Off/Planning, Doing, Review und Retro) kurz erläutert. 

  1. Im Kick Off stellt der Dozierende neben dem neuen mathematischen Thema ebenfalls den Zeitplan und Ablauf des Sprints kurz vor.  Außerdem erhalten die Lernenden während des Kick Offs das Lernmaterial für den Sprint, das auch Booklet genannt wird. Direkt im Anschluss an das Kick Off beginnt für die Teams und jeden Einzelnen das Planning. Mit Hilfe eines vorbereiteten Flips wird transparent gemacht, welche mathematischen Themen zu bearbeiten sind und wie viel Zeit zur Bearbeitung veranschlagt wird (Hinweis für diejenigen, die Scrum kennen: Das Flip kann auch von den Teams selbst erstellt werden, hat sich im universitären Kontext aber nicht bewiesen.)  
  2. Das Doing beschreibt die Arbeitsphase, die die Lernenden in Teams nutzen, um das Booklet, samt Inhalten, Backlog-Items und Aufgaben zu bearbeiten. Der Dozierende ist während des Doings immer anwesend und steht für Fragen bereit. Die Teams müssen selbst entscheiden, welche Materialien sie zum Erarbeiten der mathematischen Inhalte benutzen. Die Lernenden erhalten am Anfang Empfehlungen für weiterführende Materialien. Letztendlich sind sie aber selbst dafür verantwortlich.
  3. Am Ende eines jeden Sprints findet ein sogenanntes Review statt. Dies kann mit einer Darlegung Ihrer Lernergebnisse bzw. einer abschließenden Reflexion über die Lerninhalte gleichgesetzt werden. Das Review zeigt den Lernenden ihren aktuellen Lernstand. Außerdem werden sie durch regelmäßige Reviews dazu angehalten kontinuierlich ihr Wissen aufzubauen und nicht kurz vor der Klausur.
  4. Nach einem Review hat das Team die Gelegenheit, sich selbst zu überprüfen und den Team-Prozess zu optimieren. Der Dozierende gibt dazu Reflexionsanlässe in das Team hinein. Ziel ist es die Zusammenarbeit im Team stetig zu verbessern.

 

Bei Interesse an mehr Materialien bitten wir Sie Kontakt mit uns aufzunehmen.

  • (…) Ich setze mich persönlich viel mehr mit den ganzen einzelnen Aufgaben auseinander als in der klassischen Vorlesung. (In der klassischen Vorlesung) guckt man kurz drüber und denkt sich „ja, kenne ich!“ und rechnet die halt nicht nochmal nach. Das ist aber essentiell wichtig. Das mache ich jetzt mit eduScrum, (ich rechne) jede einzelne Aufgabe und bespreche die in der Gruppe.
  • Ich komme mir einfach blöd vor, wenn ich in der Gruppe der Einzige bin, der nichts macht. Ich brauche ein bisschen Druck, um was zu machen.
  • Im ersten Semester habe ich nur das eine Buch zu Rate gezogen, muss ich ganz ehrlich gestehen. „(Wenn Ich ) in jede Vorlesung (gehe), das wird dann schon reichen“, dachte ich. Jetzt (mit eduScrum) schöpfe ich alles aus. Sowohl Fachbücher als auch Internet, weil jede Quelle ein Problem ein bisschen anders betrachtet.
  • Ich persönlich fühle mich mehr verpflichtet eine klassische Vorlesung zu besuchen. Das (eduScum-Konzept) verleitet viele dazu nix zu machen oder nichts in der Gruppe vorzubereiten.
  • eduScrum macht mir Spaß. (Das liegt) ziemlich viel an Erfolgserlebnissen (…) und an meinem Gefühl, wie ich vorankomme und wie viel ich verstehe und mir selbst erarbeiten kann. Diese Erfolgserlebnisse hatte ich (…) viel mehr bei eduScrum als bei der klassischen Vorlesung. Bei einer klassischen Vorlesung stellt sich ein Erfolgserlebnis in der Regel erst mit der Klausur ein.
  • Am Anfang war es auf jeden Fall ungewohnt, mit dem eduScrum Konzept zu arbeiten, aber da ist man ziemlich schnell reingekommen.
  • Bei eduScrum (wird) auf jeden Fall (mehr auf mich eingegangen). Dadurch dass (der Dozierende) immer anwesend ist und auch mehr Zeit hat, weil keine reguläre Vorlesung (gehalten wird). (Der Dozierende) kommt jedes Mal bei jedem einzelnen oder bei jeder Gruppe herum und hat auch wesentlich mehr Zeit auf Fragen einzugehen.

     

 

 

 

Podcast

Vorträge

Es finden immer wieder Seminare bei der GHD statt.

  • Anna Luther (10.06.2021) Mittagsimpuls an der Technischen Hochschule Mittelhessen
  • Anna Luther (26.10.2019) eduScrum: Sprinten statt Vorlesen!". Vortrag und Workshop bei der Fachkonferenz Mathematik an der Hochschule für Technik in Windisch, Schweiz LINK
  • Anna Luther (11.06.2019), eduScrum: Sprinten statt Vorlesen!". Vortrag bei der FHNW in Brugg, Schweiz. LINK
  • Anna Luther (13.12.2018), „eduScrum: Sprinten statt Vorlesen!“. Vortrag an der FHNW in Muttenz, Schweiz. LINK
  • Anna Luther (13.09.2018), „eduScrum: Sprinten statt Vorlesen!“. Vortrag bei Siemens.
  • Pia Raab, Anna Luther, Wiebke Werft, Guido Pinkernell (27.06.2018), „eduScrum - a methodological framework for a mathematical lecture in the first-year education of engineers at University of Applied Sciences. Presentation of the method and first investigations.“ Vortrag auf der Tagung des Arbeitskreises der Mathematic Working Group der europäischen Vereinigung für Ingenieurausbildung (SEFI MWG) in Coimbra (Portugal).
  • Anna Luther (14.06.2018), „eduScrum: Sprinten statt Vorlesen!“. Vortrag auf der Cantina didactica der Technischen Hochschule Mannheim.
  • Pia Raab, Anna Luther (13.06.2018), „Mit eduscrum Mathematik meistern“. Vortrag auf dem deutschen Scrum Day in Stuttgart.
  • Pia Raab, Anna Luther, Wiebke Werft, Guido Pinkernell (08.03.2018), „eduScrum - ein methodischer Rahmen in einer Mathematik-Vorlesung in der Grundausbildung von Ingenieuren.Vorstellung von eduScrum und erste Untersuchungen“. Sektionsvortrag auf der GDMV, einer Gemeinschaftstagung der Gesellschaft der Didaktik der Mathematik (GDM) und der deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) in Paderborn.
  • Pia Raab, Anna Luther, Wiebke Werft, Guido Pinkernell (10.11.2017), „Eine studierendenzentrierte Vorlesungseinheit mit eduScrum am Beispiel der Vektoralgebra“. Vortrag auf der Herbsttagung des Arbeitskreises HochschulMathematikDidaktik der Gesellschaft der Didaktik der Mathematik in Göttingen.
  • Wiebke Werft (7.11.2017) "EduScrum meets PBL" (Vortrag auf der Humus Projektkonferenz in Karlsruhe
  • Pia Raab (27.02.2017), „Realisierung einer Mathematikvorlesung für Ingenieure mit Methoden aus dem Projektmanagement“. Vortrag im Arbeitskreis HochschulMathematikDidaktik der Gesellschaft der Didaktik der Mathematik (GDM) in Potsdam.

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen anderer an der TH Mannhem:

 

Anprechpartnerin

Prof. Dr. Anna Luther
+ 49 621 / 292  6901 
a.luther@th-mannheim.de